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View Full Version : Tales of the Ten Years War - German Translation



Elle-One
02-11-2015, 10:05 PM
Nachdem ich mehrmals in den Kommentaren den Wunsch nach einer deutschen Übersetzung der Geschichte gefunden habe, dachte ich mir ich könnte mich mal darum kümmern. Es wird wahrscheinlich etwas dauern, bis ich bei der neusten Geschichte angekommen bin, aber hier ist der erste Teil: Falkes letzter Flug.

Bei einigen Namen bin ich mir nicht sicher wie die korrekte Übersetzung lautet (vor allem Falcon's Reach) und wollte nicht extra dafür Heroes 6 neu installieren. Wenn ihr irgendwelche Fehler findet, weist mich einfach darauf hin und ich ändere sie ab.


Teil 1: Falkes Letzter Flug: dieser Post
Teil 2: Das Konklave der Neuen Dämmerung (http://forums.ubi.com/showthread.php/1010075-Tales-of-the-Ten-Years-War-German-Translation?p=10576289#post10576289)
Teil 3: Omen des Krieges (http://forums.ubi.com/showthread.php/1010075-Tales-of-the-Ten-Years-War-German-Translation?p=10580098#post10580098)
Teil 4: Die Tränen der Jungfrau (http://forums.ubi.com/showthread.php/1010075-Tales-of-the-Ten-Years-War-German-Translation?p=10581616#post10581616)
Teil 5: Mitten im Winter (http://forums.ubi.com/showthread.php/1010075-Tales-of-the-Ten-Years-War-German-Translation?p=10585594#post10585594)
Teil 6: Die blutgetränkten Hörner (http://forums.ubi.com/showthread.php/1010075-Tales-of-the-Ten-Years-War-German-Translation?p=10589390#post10589390)
Teil 7: Die Stunde der Wahrheit (http://forums.ubi.com/showthread.php/1010075-Tales-of-the-Ten-Years-War-German-Translation?p=10589398#post10589398)
Teil 8: Der Hirschkaiser (http://forums.ubi.com/showthread.php/1010075-Tales-of-the-Ten-Years-War-German-Translation?p=10605807#post10605807)
Teil 9: Narben des Krieges (http://forums.ubi.com/showthread.php/1010075-Tales-of-the-Ten-Years-War-German-Translation?p=10645282#post10645282)
Letzter Teil: Die Entschlossenheit des Greifen (http://forums.ubi.com/showthread.php/1010075-Tales-of-the-Ten-Years-War-German-Translation?p=10713900#post10713900)


Viele von Euch haben mich darum gebeten, ihnen die Ereignisse der letzten zehn Jahre zu schildern. Mir wird allmählich klar, dass viele außerhalb des Heiligen Imperiums nicht wirklich verstanden was innerhalb unserer Grenzen geschah. So schmerzhaft es für mich auch ist die tragischen Geschehnisse dieser letzten zehn Jahre in Erinnerung zu rufen, es ist notwendig sie zu kennen um diesem Blutvergießen ein Ende zu bereiten. Es wird allerdings eine Weile dauern. Viel passiert in zehn Jahren, vor allem in zehn Kriegsjahren.

Aber ist diese Geschichte die ich Euch erzählen werde auch die Wahrheit? Es wäre vermessen von mir, dies zu behaupten. Ich kann die Dinge nur so erzählen, wie ich sie sah - meine Wahrheit. Fragt einen der Berater von Seamus vom Hirschen und er wird euch eine komplett andere Geschichte erzählen.


Geschichten aus dem zehnjährigen Krieg

843 YSD - Falkes letzter Flug

Wenn Kaiserin Maeve Falke eine Sünde beging, so war es sicherlich die Sünde des Stolzes. Oftmals wenn Ihr glaubt alles unter Kontrolle zu haben, fällt es stattdessen in sich zusammen. Die Gefahren des übermäßigen Stolzes werden ein immer wiederkehrendes Thema in dieser Geschichte sein. So sehr, dass in den kommenden Jahrhunderten Historiker diesen Krieg genauso gut „den Krieg des Stolzes“ nennen könnten.

Wo sollte ich anfangen? Vielleicht mit der Prophezeiung.

Zum Beginn unseres Zeitalters, das von Weisen das „Historische Zeitalter“ genannt wird, besiegte Ronan der Große, Großkönig des Falken-Clans, seine Rivalen und zwang sie vor ihm in die Knie. Die Clans der Menschen existierten nicht mehr. Ein Imperium war geboren.

Es heißt, dass der Siebte Drache persönlich, Sar-Elam, am Tag von Ronans Krönung dem neuen Kaiser erschien und in einer Stimme sprach, die gleichermaßen alt und zeitlos war: „Kaiser des Falken!“ sprach er. „Dein Blut ist das Blut der Menschen. So lange dein Blut überdauert, so lange werden die Kinder Ylaths gedeihen.“

… Gut, er sagte wahrscheinlich nicht diese genauen Worte, aber alle Berichte stimmen zumindest in ihrer Interpretation überein: So lange die Dynastie der Falken existierte, würden die Kinder Ylaths - die Menschen - gedeihen.

Aber selbstverständlich machten Sar-Elams Worte die Blutlinie der Falken zu zielen. Vor allem die Dämonen von Sheogh trachteten die ganze Geschichte hindurch immer wieder den Falken-Herrschern nach dem Leben.


Hasserfüllte Pläne

Im Jahre 564 YSD färbte die Zweite Finsternis die Himmel von Ashan rot, zwei Jahre bevor die Blinden Brüder es vorhergesagt hatten. Der Dämonenprinz des Hasses, Ahribban, der seit Jahren Pläne geschmiedet hatte um Zwietracht und Feindschaft im Imperium zu sähen, führte persönlich die Belagerung der imperialen Hauptstadt, Falkenhorst, an. Kaiser Liam Falke fiel in der Schlacht, während Dämonenkultisten unter der Führung der Verräterin Jezebeth Jagd auf seine Erben machten.


Glücklicherweise gelang es dem Greifenherzog Anton, Jezebeth zu töten und die letzte Überlebende von Liams Familie zu retten: seine Nichte Gwendolyn. Die Prinzessin in Sicherheit, schlossen sich die imperialen Armeen zusammen um Falkenhorst zu befreien und Ahribban zu vernichten.

Und so wurden die dämonischen Pläne vereitelt und das Blut Ronans floss weiter.

Zum Zeitpunkt der Vierten Finsternis war Kaiserin Maeve bereit. die Blinden Brüder hatten ihre Kunst perfektioniert und diesmal waren ihre Vorhersagen auf den Punkt genau. Die Sonnenfinsternis fand genau zum erwarteten Zeitpunkt statt als die Dämonen in die Länder des Heiligen Imperiums einfielen, erwarteten die Ritter des Lichts sie mit geweihtem Stahl in den Händen.

Die Situation war unter Kontrolle.

Aber Kaiserin Maeve unterschätzte den damaligen Herrscher von Sheogh, ihn den sie den Dämonenherrscher nennen. Während die Dämonen auf dem Schlachtfeld getötet wurden, infiltrierte eine Gruppe von Meuchelmördern die Mauern von Falkenhorst. Ihre Anführerin war niemand anders als Jezebeth, der ein zweites Leben in Sheogh als Sukkubus geschenkt wurde - oder die damit verflucht wurde, je nachdem wie man die Sache betrachtet.

Jezebeth war darauf aus, das zu vollenden wobei sie vier Jahrhunderte zuvor versagt hatte. Jezebeth und ihre Dämonen stürmten Maeves Thronsaal, töteten die Kaiserin und ermordeten ihre ganze Familie. Dann brannten sie Falkenhorst bis auf die Grundmauern nieder um sicherzugehen dass kein Erbe der Falken überleben konnte.

Die Vierte Finsternis endete mit der Niederlage der Dämonen… und ihrem größten Sieg.


Blut für Blut

Dennoch schien die Welt der Menschen keine Eile zu haben, unterzugehen. Für Gelehrte konnte dies nur zwei Möglichkeiten bedeuten.

Skeptiker schlossen daraus, dass Sar-Elams Prophezeiung von Anfang an falsch gewesen war, oder zumindest falsch interpretiert. So etwas passiert wirklich ständig - so wie Ihr niemals jemandem vertrauen solltet der behauptet die einzige Wahrheit zu kennen, so solltet Ihr nie jemandem glauben der darauf beharrt, seine Interpretation einer Prophezeiung sei die einzig wahre.

Gläubige, ihrerseits, behaupteten dass Maeves Sohn, Brandon, auf irgendeine Weise das Massaker von Falkenhorst überlebt hatte. So unwahrscheinlich das auch klang, viele im Imperium wollten es glauben. Die Kirche des Lichts verkündete dass es ein Jahr der Trauer geben würde: sollte das Kind Brendan in diesem Zeitraum gefunden werden, würde er den Thron erben. Sollte er nicht gefunden werden, würde er für tot erklärt und ein neuer Kaiser aus den Herzögen des Imperiums gewählt werden.

Diese Zeit wurde damit verbracht, die letzten versprengten Gruppen von Dämonen zu jagen. Unter ihnen war Jezebeth höchstpersönlich. Es war Ivan vom Greif, mit einem Truppe von Greifenreitern, der sie aufspürte und in die Ecke drängte. Die Sukkubus hatte versucht, sich in den Ruinen von Kastellrose, der alten Zitadelle der Heiligen Inquisition, zu verstecken.

Es war kein Geheimnis, dass Ivan und Kaiserin Maeve gute Freunde gewesen waren und er zeigte ihrer Mörderin keine Gnade. Ihr kennt sicher das Volkslied, das von dieser Begegnung inspririert wurde? Ich glaube es ging so:

„Sie versuchte ihre Zauber zu wirken
So schlug er ab ihre Hand
Sie versuchte zurück in die Hölle zu fliegen
So schlug er ab ihre Flügel
Sie bettelte um ihr Leben
So zog er raus sein Schwert
Sie bot an sich ihm hinzugeben
Und er schwang dann sein Schwert
Schlug ab den Kopf mit Haut und Haar
Und schlug nochmal bis sie tot war“

Über die dichterische Qualität dieses Stücks lässt sich sicherlich streiten, aber das ist in diesem Fall nicht relevant. Was wichtig ist und was das Lied nicht erwähnt ist die Tatsache, dass Jezebeth einen letzten Trumpf im Ärmel hatte um ihr armseliges Leben zu retten. In einem letzten verzweifelten Schachzug bot sie Informationen über den Jungen Brendan an. Doch Ivan sagte er würde niemals ein Wort glauben, dass von einem Mörder gesprochen wurde, vor allem nicht von einer Sukkubus. Und dann schlug er ihr den Kopf ab, mit einem mächtigen Schlag seines Schwertes.

Mit Jezebeths Tod war die Vierte Finsternis endlich vorbei. Doch die Probleme des Imperiums fingen damit erst an…

tl;dr:
Ganz ganz am Anfang hat Sar-Elam prophezeiht, dass das Reich der Menschen solange blühen wird wie die Linie der Falken existiert. Daraufhin machte Ronan Falke es nicht so wie Robert Baratheon und pflanzte in jedem Haus des Kaiserreichs einen kleinen Falken, sondern irgendwie verließen sich die Leute wohl darauf, dass niemals irgendjemand alle Falken auf einmal töten würde. Nach mehreren Versuchen der Dämonen, genau das zu tun, gelang es Dämonen-Jezebeth aus H6 dann auch. Ups. Jedenfalls war Ivan Greif ziemlich pissig deswegen und tötete sie, woraufhin Kaspar anfing zu singen. Die Sitzung des Schattenrats wurde vertagt als alle Zuhörer fluchtartig den Raum verließen.

Elle-One
02-13-2015, 07:42 PM
844 YSD - Das Konklave der Neuen Dämmerung

Maeves Tod war gerächt. Da Falkenhorst zu einer Ruine von rauchenden Trümmern zerfallen war, wurde der Körper der gefallenen Kaiserin zum imperialen Sommerpalast bei Weißklippe in Hunde-Herzogtum gebracht. Hier fand eine würdige Beerdigung für sie statt: ihr Körper wurde eingeäschert, wie es den Traditionen entsprach, um ihre Essenz zur Sonne und zu Elrath aufsteigen zu lassen.

Keiner konnte die steigende Unruhe während der Zeremonie ignorieren. Alle Herzöge und Herzoginnen waren anwesend.

Ivan vom Greif, Maeves Rächer.
Seamus vom Hirschen.
Amílcar vom Stier.
Rowena vom Einhorn.
Enguerrand vom Windhund.
Stefan vom Wolf.

Sollte Maeves Sohn Brendan wahrhaftig tot sein, würde einer von ihnen bald Kaiser oder Kaiserin werden.

Schon bald nach Maeves Beerdigung kündigte die Kirche des Lichts die Gründung des Konklave der Neuen Dämmerung in der heiligen Stadt Flammenschrein an. Dieser Versammlung von Engeln, Priestern und Scholaren, unter der Leitung des beliebten Erzengels und Kriegshelden Sandalphon, sollte die Aufgabe zufallen, zu entscheiden wer die Krone erben würde. Selbstverständlich hatten viele Bürger des Imperiums noch Jahrhunderte nach Uriels berüchtigtem Verrat ihre Zweifel was die Unabhängigkeit der Kirche betraf, und vermuteten dass die Priester und Engel einfach den Kandidaten auszuwählen gedachten, der ihre eigenen Interessen am besten vertrat.

Um diese Verdächtigungen zu beseitigen lud Sandalphon einen Engel namens Murazel ein, am Konklave teilzuhaben. „Wächterin von Hammerfall, tapferes Herz aus purstem Licht, ich vertraue dir. Ich vertraue darauf, dass du uns hilfst den bestmöglichen Kaiser für dieses große Reich zu finden. Ich vertraue dir, dass du uns ehrlich und wahrhaftig halten wirst. Wirst du diesem Konklave der Neuen Dämmerung beitreten und während dieser schweren Zeiten erneut an meiner Seite sitzen?“

Es war ein brillanter Schachzug: Murazel war eine Figur der Legenden, dafür bekannt Menschen vor ihre Mitengel zu stellen. Sie hatte den Freien Städten des Ostens in vielen Situationen geholfen, manchmal auch gegen das Imperium, und ihre Leute betrachteten sie als Abtrünnige. Wenn es einen Engel gab, die niemals ihre Werte für persönlichen Gewinn oder Politik verraten würde, so war dies Murazel.

Murazel akzeptierte Sandalphons Angebot und verließ Hammerfall um nach Flammenschrein zu gehen, nach sechshundert Jahren des Exils.


Ein Falke unter jedem anderen Namen…

Natürlich erschienen sobald das Konklave errichtet war viele junge Männer in Flammenschrein, die behaupteten sie seien Maeves Sohn Brendan. Das Konklave befragte sie und wies jeden von ihnen am Ende ab. Einige Mitglieder bestanden darauf, dass die Schurken gefoltert oder öffentlich hingerichtet werden sollten um ein Exempel zu statuieren. Ihrer selbst treu wehrte sich Murazel vehement gegen diese Lösung und schlug stattdessen vor, sie für ein Jahr ins Gefängnis zu stecken, wo sie über ihr Leben nachdenken sollten. Der weise Sandalphon stimmte Murazels Vorschlag zu. Es erwies sich als abschreckend genug.

Mehrere Wochen vergingen und das Konklave debattierte immer noch oder untersuchte Spuren zu Brendans möglichem Überleben. innerhalb des Imperiums wuchs die Spannung an. Jeder hatte seine Meinung dazu wer auf dem Thron sitzen sollte. Alle Herzöge und Herzoginnen hatten mindestens einen Falken-Vorfahren in ihrem Stammbaum und jeder von ihnen bereitete seine Argumente vor und sammelte Beweise für seine Abstammung.

Der offensichtlichste Kandidat war Seamus vom Hirsch. Das Haus Hirsch war ein Cousin der Falken und es schien als könnte diese starke Verbindung nicht geleugnet werden. Doch einige Scholaren wiesen darauf hin, dass Seamus kein Nachfahre der Hauptlinie des Hirsch war, da diese um die Zweite Finsternis herum ausgestorben waren, sondern zu einem entfernten Zweig gehörte. Er hatte ein wenig Falkenblut, aber nicht so viel wie einige gehofft hatten.

Dieselben Scholaren warfen ihre Blicke auf einen deutlich stärkeren Kandidaten: Ivan vom Greif. Es wurde ans Licht gebracht, dass Ivan sowohl vom Falken als auch von der Hauptlinie des Hirsch abstammte. Der große Held der Zweiten Finsternis, Herzog Anton, war später Kaiserin Gwendolyns Prinzgemahl geworden, mit der er drei Kinder hatte von denen das zweite das Greifen-Herzogtum erbte. Und Antons eigene Mutter war Kate vom Hirsch gewesen, das einzige Mitglied ihres Hauses mit Nachkommen.

Es erübrigt sich zu sagen dass Seamus von dem Werk dieser Scholaren nicht gerade begeistert war.


Krieg der Worte

Geflüsterte Anschuldigungen verbreiteten sich in Wirtshäusern überall im Imperium. Dieser Gerüchte verkündeten es sei Ivan gewesen der die Dämonen nach Falkenhorst geführt hatte, in der Hoffnung nach Maeves Tod den Thron zu besteigen. Wenn Ivan unschuldig war, woher wusste er dann wo Jezebeth sich versteckte? Hatte er wirklich versucht Maeve zu rächen… oder wollte er nur sichergehen, dass die Sukkubus den Mund hielt?

Zur selben Zeit warb Ivan um Seamus Tochter, Nolwenn. Als die Gerüchte stärker wurden, verbot Seamus seiner Tochter öffentlich, Ivan wiederzusehen. „Der Greif könnte Blut an seinen Flügeln kleben haben“, wie er so schön sagte. Amílcar vom Stier, der einen alten Familiengroll gegen den Greif geerbt und Ivan schon immer misstraut hatte, brachte ebenfalls Anschuldigungen vor, wenn auch deutlich weniger subtile.

Die übrigen Herzöge waren nicht so eifrig dabei, sich Seamus und Amílcars Anschuldigungen anzuschließen, aber sie forderten dennoch von Ivan, dass dieser preisgab woher er wusste wo Jezebeth sich versteckte, um diese Angelegenheit ein für alle Mal zu klären. Der sture und stolze Ivan weigerte sich, diese Erklärung abzugeben. Euch, meine Schattenräte, kann ich enthüllen dass er von einem vertrauenswürdigen Informanten von Jezebeth erfahren hatte und als ehrenwerter Mann seine Quelle nicht preisgeben wollte. Als Amílcar vom Stier sagte, Ivans Schweigen sei Beweis genug für seinen Verrat, forderte Ivan Amílcar zu einem Duell heraus. „Es gibt nichts worüber ich mich schämen müsste.“, sagte er. „Lasst Elrath entscheiden, wer hier die Wahrheit spricht und wer Lügen verbreitet!“

Zwei Wochen vor dem Jahrestag von Maeves Tod trafen sich Ivan und Amílcar auf neutralem Grund, in einer kleinen Stadt namens Brocksweg in der ehemaligen Falken-Provinz. Sich selbst als Maeves Champion bezeichnend zog Amílcar sein Schwert. Ein Raunen ging durch die Menge der Zeugen als sie das legendäre Schwert der Wahrheit erkannten, das Familienschwert der Falkendynastie, eines der sieben „Bastarde von Elrath“. Ivan grüßte seinen Gegner mit dem Greifenschwert der Enthüllung und das Duell begann.

Ivan war jünger, schneller, stärker, aber Amílcar war erfahrener, geübter und listiger. Das Duell dauerte dreißig angespannte Minuten, in denen es aussah als seien die Gegner einander ebenbürtig. Ihre Schwerter schlugen wieder und wieder gegeneinander. Und dann geschah das Undenkbare: einer von Ivans Schlägen zerschlug das Falkenschwert in Stücke.

Entwaffnet und schockiert gestand Amílcar seine Niederlage ein. Ivan hatte seine Unschuld in einem fairen Kampf bewiesen, aber ein ungutes Gefühl beschlich die Zuschauer. Viele spürten, dass das zerbrochene Schwert kein Zufall war: es war ein Omen, dass das Ende des Falkenimperiums anzeigte.

Drei Tage später läuteten die Glocken von Flammenschrein, aber ihr Lied war traurig und schmerzerfüllt. Es war ein Todesgeläut. Sandalphon war tot; ein dunkles Schwert hatte sein Herz durchstochen. Murazel konnte nirgendwo gefunden werden.


tl;dr:
Keiner weiß so wirklich wer der neue Kaiser sein soll, also fangen alle an ihre Stammbäume zu ziehen und sich gegenseitig damit zu hauen. Die Kirche setzt sich hin und redet, weil sie das am besten kann. Ivan vom Greif ist der beste Kandidat, weil die Greifen in HoMM nunmal die Spielerarmeen sind und weil Anton damals cool bei Gwenny gelandet ist. Das macht einen Haufen Leute ziemlich unzufrieden und sie streuen Gerüchte dass Ivan eigentlich ein böser Dämonenanbeter ist. Ivan gefällt das nicht und er prügelt sich solange bis die Leute ihm glauben. Und dann bringt mal wieder jemand einen Engel um.

Elle-One
02-16-2015, 11:31 AM
845 YSD - Omen des Krieges

Das Konklave der Neuen Dämmerung zerbrach an Sandalphons Ermordung und Murazels Verschwinden. Die Unantastbarkeit Flammenschreins war gebrochen worden, alte Vorurteile und Verdächtigungen flammten erneut auf und die Stimmen der Vernunft wurden schon bald im Ausbruch alter Feindschaften und Streitereien ertränkt. Die Hoffnung einen gemeinsamen Konsens zu finden schwand rapide.

Der Elrath geweihte Monat der Sonnenblume kam heran, und noch immer gab es keinen Kaiser.

Als der 20. Tag der Sonnenblume vorüber war - die Tagundnachtgleiche, einer der heiligsten Feiertage des Imperiums - war es klar, dass das Konklave in seiner Aufgabe versagt hatte. Aber die kaiserliche Krone brauchte dennoch einen Kopf, auf dem sie sitzen konnte. Viele hofften dass Elrath selbst aus den Himmeln herabsteigen und einen neuen Herrscher erwählen würde, doch der Drachengott des Lichts mischte sich nicht ein. Dieses Problem mussten die Menschen selbst lösen.

So wie das entfernte Rumpeln des Donners des kommenden Sturm ankündigt, so wurden die Zeichen eines kommenden Krieges immer offensichtlicher. Er war unvermeidlich. Die einzige noch verbliebene Frage war, wann und wo der Blitz zuerst zuschlagen würde.

Er schlug ein am elften Tag der Tanzenden Flammen.


Casus Belli

In den ersten Tagen der Tanzenden Flammen sammelten sich Milizen beider Herzogtümer um die kleine Stadt Jungfrauenweg an der Grenze zwischen Einhorn und Windhund. Seit Maeves Beerdigung waren die Unruhen immer weiter angestiegen, angefeuert von Jahrhunderten gegenseitigen Verachtens.

Während der zehnten Nacht der Tanzenden Flammen wurde ein Ratsherr der Windhunde ausgeraubt und verblutete in den Straßen; das Haus eines Einhorn-Magistrats wurde angezündet während sich die Familie darin aufhielt. Beide Seiten waren schnell dabei, die andere dieser ruchlosen Taten zu beschuldigen. Sie alle warteten nur auf ein solches Ereignis, es war nicht wichtig wer den ersten Schlag tat. Ein Grund für Krieg.

Zum Nachmittag des nächsten Tages waren von Jungfrauenweg und seinen Bewohnern nur Ruinen und verstümmelte Leichen übrig. Die Armee des Windhunds ging als Sieger aus dem Kampf hervor - wenn man dieses Abschlachten als Sieg bezeichnen könnte.

Zwei Tage später schickte Rowena vom Einhorn, der Rotschopf von Yorwick, eine Botschaft an Enguerrand vom Windhund und forderte eine Erklärung. Doch er brachte seine eigenen Anschuldigungen vor. Keiner der Herrscher konnte die entsetzlichen Ereignisse von Jungfrauenweg unbestraft übergehen. Die steigende Spannung hatte ihren Höhepunkt erreicht. Die Worte die niemand sich zu sagen traute, wurden schließlich ausgesprochen.


Alte Bündnisse

Wäre der Konflikt zwischen den Herzogtümern Einhorn und Windhund verblieben, wären die Dinge vermutlich anders gekommen. Aber es gab alte Bündnisse aus Blut, Tinte und Eheschließungen, die es galt zu ehren. Amílcar vom Stier schickte seine Truppen zur Verstärkung Enguerrands aus, als diese in Rowenas Länderein einmarschierten. In Gedenken an die alte Freundschaft zwischen Einhorn und Greif schickte Ivan seine Armeen aus um an Rowenas Seite zu kämpfen.

Aus Furcht vor Ivan Macht entschieden Enguerrand und Amílcar ihn abzufangen. Tausende von Männern, Frauen und Bestien, angeführt von Amílcar persönlich, zogen nach Norden um die Greifenarmee südlich der Rosenberge anzufangen. Der Stierherzog hatte nach seiner vorherigen Beschämung durch Ivan noch eine offene Rechnung zu begleichen.

Stefan vom Wolf und Seamus von Hirsch schlossen sich keiner Seite an. Sie beobachteten die Geschehnisse von weitem und warteten die Ereignisse ab. Aber meine Spione berichteten mir, dass Seamus in aller Heimlichkeit Truppen nach Süden schickte. Es war bald offensichtlich, dass sein Ziel war die alte Falkenprovinz für sich selbst einzunehmen, inklusive der Ruinen von Falkenhorst…

Der Sturm hatte begonnen, heulen, orkanartig. Und niemand konnte ihn jetzt noch aufhalten…


Eine schnelle Anmerkung zu Ivans Schwert:

Es ist anzumerken, dass Ivan zu diesem Zeitpunkt nicht mehr das Schwert der Enthüllung führte, sondern die Eisenfeder, ein altes Erbstück dass seinem Vorfahren Ishtvan gehört hatte, dem letzten König und ersten Herzog vom Greif. Nach den Ereignissen bei seinem Duell mit Amílcar hatte Ivan geschworen, das heilige Greifenschwert erst dann wieder zu ziehen, wenn das Imperium wieder vereint war.


tl;dr:
Nachdem die Herzogtümer alle sehr angespannt sind, bricht ein Konflikt zwischen zwei Gruppen aus, bei dem sie EINE GANZE STADT NIEDERBRENNEN HEILIGE SCHEIßE WAS IST EUER PROBLEM? Danach marschieren einige Armeen durch die Gegend. Ivan hat ein neues Schwert.

Elle-One
02-17-2015, 09:35 AM
846 YSD - Die Tränen der Jungfrau

Anfangs hielten sich noch viele an der naiven Idee fest, dass der Konflikt zwischen Einhorn und Windhund sich nicht auf den Rest des bereits gespaltenen Imperiums auswirken würde. Die Kriegserklärung kam gegen Ende der Tanzenden Flammen, 846 YSD, und die ersten Kämpfe fanden in den Monaten des Leuchtenden Sterns und der Strahlenden Krone statt. Einige optimistische Narren glaubten, der kommende Winter würde die Gemüter beider Seiten abkühlen. Aber was zu diesem Zeitpunkt noch als der „Krieg der Träne der Jungfrau“ bekannt war würde nicht so einfach enden. Der Winter war mild und verlangsamte den Vormarsch der Armeen fast gar nicht.

Enguerrand wusste, dass es außer Frage stand Yorwick einzunehmen. Sein Plan war es, sich auf die Gebiete an den westlichen und östlichen Enden des Einhorn-Herzogtums zu konzentrieren. Bayworth, an den Ufern der Tiryabucht, war ein verlockender Preis. Und im Herzen des Imperiums würde die Übernahme von Kilburn eine große Menge an Einhornland von Rowenas Autorität abschneiden. Rowena ihrerseits entschied sich für eine direktere Strategie und marschierte gen Mühlenfeld, das Getreidelager der Windhunde, in der Hoffnung Enguerrands Nachschub abzuschneiden.

Im Frühjahr 847 YSD war die Zeit für die wahren Schlachten gekommen.


Ein Dreifrontenkrieg

Ich werde hier nicht jede einzelne Schlacht beschreiben, da jede einzelne ein Schauplatz vieler großer Heldentaten war und jede von ihnen das Thema einer Ballade sein könnte.

Was Ihr wissen sollten ist, dass Enguerrands Armeen, angeführt von Garland von Schwarzenstein, Bayworth von Spinnenkönigin 846 bis Blaue Fluten 847 belagerten, aber die Mauern der Stadt nicht durchbrechen konnten. Die Verteidiger, angeführt von Baron Clive Morgan, nutzen die alten Tirya Schmugglerpfade um Vorräte in die Stadt zu bringen. Als endlich Einhorn-Truppen aus dem Norden zur Verstärkung eintrafen, war Garland gezwungen die Belagerung abzubrechen und sich zurückzuziehen. Rowenas Streitkräfte hatten weniger Glück bei ihren eigenen Angriffen. Die Schlacht von Mühlenfeld, die vom sechten bis zum elften Lachende Winde andauerte, war ein Desaster, eine vernichtende Niederlage für das Einhorn-Herzogtum.

Enguerrand hatte bei Bayworth verloren, aber Kilburn war immer noch in seiner Reichweite. Er hatte jedoch nicht vergessen, dass Ivan vom Greif auf dem Weg war um an Rowenas Seite zu kämpfen. Als Ivan die Nachricht erreichte, dass Enguerrand gegen Kilburn marschierte, nahm der Greifenherzog seine Kavallerie und ritt in aller Eile nach Westen. Seine Hauptarmee ließ er unter der Führung seines Leutnants, Justicar Tatyana von Stormgrad, auch bekannt als die Weiße Löwin, zurück. Es war ein gewagter Schachzug für Ivan, aber Ihr müsst verstehen wieso er nicht zulassen konnte, dass Kilburn fiel.

Ihr habt vielleicht Geschichten über Graf Wilfred von Kilburn gehört, den großen fahrenden Ritter? Während der Zweiten Finsternis zog dieser große Held ins Greifen-Herzogtum und stellte sein Schwert in den Dienst von Herzog Anton, dessen Freund und Waffenbruder er wurde. Mehrere Jahre später wurde Graf Kilburn zum neuen Einhornherzog. Herzogin Rowena war seine Nachfahrin.

Ihr versteht demnach, dass Ivan Rowena zu Hilfe eilte um die Hilfe ihres Vorfahren zurückzuzahlen. Indem er die Stadt Kilburn vor der Gier des Windhunds schützte, ehrte er das Andenken ihres Vorfahren.

Aber als Ivan und seine Reiter sich Rowenas Truppen anschlossen und sich darauf vorbereiteten Enguerrand bei Kilburn zu bekämpfen, hatte jeder - sogar ich, wie ich zugeben muss, Amílcar vom Stier vergessen.


Der Stier und die Löwin

Am dreizehnten Tag des Blutmondes überfielen die Streitkräfte des Stiers Tatyanas Streitkräfte bei Edenbrook, südlich der Rosenberge. Die Weiße Löwin kämpfte tapfer - sie wusste dass die Greifenarmee um jeden Preis weiterziehen und das Einhorn-Herzogtum erreichen musste. Mit dreihundert Mann an ihrer Seite, tat sie ihr Möglichstes um die Armee vor Amílcars Angriff zu schützen. Von Tatyanas tapferen Soldaten überlebte nur einer um die Geschichte ihres heldenhaften letzten Kampfs zu erzählen. Ihr Opfer erlaubte es dem größten Teil der Armee zu fliehen und die andere Seite der Berge zu erreichen.

Seine Arroganz durch den Sieg über die Weiße Löwin von Stormgrad beflügelt, sah Amílcar seinen Vorteil: er zog nach Osten ins Greifenherzogtum um sich ein Stück von Ivans Land zu nehmen. Am vierten Tag der Strahlenden Krone überquerten seine Streitkräfte die Grenze zum Greifen-Herzogtum. Am einundzwanzigsten begann Amílcar die Belagerung von Voronsspitze. Am fünfundzwanzigsten fiel die Stadt.

Am ersten Tag der Weißen Jungfrau trat Stefan vom Wolf dem Krieg bei und schickte seine Armeen nach Norden um den Fortschritt des Stiers aufzuhalten. Hoch im Norden hatte Seamus vom Hirsch die letzten Monate damit verbracht, die Wälder an Irollans Grenze abzuholzen, um Holz für unbekannte Zwecke zu sammeln. Seine Pläne waren wie immer unabsehbar, aber es war offensichtlich, dass auch er sich bald in die Geschehnisse einmischen würde…


tl;dr:
Kaspar kann nicht alle Schlachten beschreiben, also beschreibt er ein paar. Belagerungen dauern mehr als eine Spielrunde.

Elle-One
02-19-2015, 11:08 AM
847 YSD - Mitten im Winter

Die Ostfront

Stefans tapfere und furchtlose Taktik, die von einigen als wahnsinnig bezeichnet wurde, führte zum Untergang des Stiers. In den ersten zwei Monaten des Jahres 847 wurden nicht weniger als sieben Schlachten in den Weizenfeldern bei Vladikraj und den Chernahügeln geschlagen. Der Wolf verlor zwei von ihnen.

Bevor der Frühling begann war es klar, dass der Stier seine Chance verloren hatte, das Greifenherzogtum zu erobern. Amílcar zog sich nach Voronsspitze zurück, doch der Wolf jagte ihn innerhalb von wenigen Wochen aus der Stadt. Besiegt zog sich Amílcar zurück in sein Herzogtum um dort seine Wunden zu lecken.

Aber gerade als die Bewohner des Greifenherzogtums Stefan als ihren Retter feiern wollten, mussten sie erkennen dass der Wolfsherzog die Greifenlande nicht wirklich vor dem Stier verteidigt hatte. Nein, seine Absicht war vielmehr gewesen sie für sich selbst einzunehmen.

Die Westfront

Im Westen führten Ivans Kavallerie und Greifenreiter mehrere Angriffe auf Enguerrands Vorreiter und Unterstützungstrupps an, wodurch sie Rowena genug Zeit verschafften um sich mit Ivans Verstärkungen zu vereinen. Tatyanas Opfer war nicht umsonst gewesen. Anstatt sich in Kilburn zu verschanzen und einen Ausdauerwettstreit zu riskieren, bei dem Enguerrand den Vorteil hätte, beschlossen Ivan und Rowena die voranrückenden Windhund-Streitkräfte im Freien zu empfangen.

Die beiden Armeen trafen am dreizehnten Nachtschleier aufeinander, nah der kleinen Stadt Aschholz. Die Schlacht dauerte drei Tage. Beide Seiten erlitten schwere Verluste, aber die verbündeten Streikräfte erlangten letztendlich die Oberhand, wenn auch knapp. Ivan und Rowena nutzten diesen Vorteil aus und zwangen Enguerrand dazu, sich hinter seine eigenen Grenzen zurückzuziehen.

Enguerrands Streifkräfte waren im Norden und im Süden besiegt, das Einhorn-Herzogtum stand als Sieger da. Ivan schlug vor, die Streitigkeiten mit einem Friedensangebot zu beenden. Doch Rowena ignorierte Ivans Empfehlungen und beschloss stattdessen, mit ihren Armeen in das Windhund-Herzogtum einzumarschieren. Besorgt von den Nachrichten, die der über die Situation in seinem Heimatland erhalten hatte, sammelte Ivan seine Truppen und begann die lange Reise zurück nach Osten.


Die Eisdämonen

Die Temperaturen fielen im Monat des Leuchtenden Sterns ungewöhnlich tief. Scholaren und Wetterzauberer stimmten überein: dieser Winter würde kein milder werden. Tatsächlich war der Winter von 847 der härteste Winter den Thallan seit Jahrzehnten erlebt hatte, so harsch dass selbst der unverwüstliche Stefan vom Wolf sich gezwungen sah, seine Invasionspläne zu stoppen.

Mit den unaufhörlichen Schneestürmen, die das Land durchfegten, wäre es kompletter Wahnsinn gewesen in die Berge vorzudringen, in denen sich die Greifen-Hauptstadt Eastalon befand. Selbst Weißmähne im Tal darunter war ein zu riskantes Ziel. Die Wolfarmeen zogen sich stattdessen nach Voronsspitze in eine etwas besser gelegene Region zurück und warteten darauf, dass sich das Wetter verbesserte. Aber es wurde nur noch schlechter und sie warteten eine lange Zeit. Zu lange.

Zu Anfang der Spinnenkönigin erreichten seltsame Gerüchte Stefans Ohren. Die wenigen Reisenden, die es wagten in die Eiswüsten, in die sich das Greifenland verwandelt hatte, zu durchqueren, brachten Geschichten über eine riesige Armee von „Eisdämonen“ mit, die die östlichen Berge herabströmte. Ihre Geschichten unterschieden sich sehr was das Aussehen dieser Kreaturen betraf, aber sie stimmten alle in einer Hinsicht überein: sie marschierten nach Westen, in Richtung Voronsspitze.

Der Wolfsherzog weigerte sich diesen Geschichten Gehör zu schenken und tat sie als bloße Propaganda ab um ihn aus dem Greifen-Herzogtum zu vertreiben. Fünf Jahre nach der Vierten Finsternis konnte keine so große Anzahl von Dämonen auf Asha verblieben sein. Was Ivans Armeen betraf, so waren diese immer noch weit entfernt im Westen. Eines stand schließlich fest: keine menschliche Armee war verrückt genug in diesem grässlichen Wetter zu reisen.

Er lag damit vollkommen richtig. Er hatte lediglich ein wichtiges Detail vergessen: nicht alle von Ivans Untertanen waren Menschen.

Am zweiundzwanzigsten Tag der Spinnenkönigin standen die „Eisdämonen“ vor Stefans Tür. Unter der Führung von Kente, Ivans Waffenmeister, lehrten die Orks des Weißspeer-Klans den Wolfsherzog das Fürchten.


tl;dr:
Wolf töten Greif. Winter töten Wolf. Orks töten Wolf. Orks cool.

Elle-One
02-21-2015, 10:52 AM
848 YSD - Die blutgetränkten Hörner

Lange Zähne

Scharen von Orks stürmten die östlichen Greifenberge herab. Scheinbar unberüht vom Schnee und der Kälte erlangen sie eine Reihe von schnellen Siegen gegen die Wlfsarmeen. Die Städte und Dörfer die unter Stefans Herrschaft gefallen waren wurden eines nach dem anderen befreit, bis nur noch Voronsspitze vom Wolf besetzt war. Bald stürmten diese wilden Krieger die Hügel und Wälder um die Festung.

Die Orks hatten zwar kaum Hoffnung Voronsspitze einzunehmen, aber sie konnten Stefan einsperren. Der Anführer der Orks, Kente von den Weißspeeres, war sich sicher dass dem Wolf seine Gefangenschaft bald Leid würde und er gewillt wäre um seine Freilassung zu verhandeln. Alles was die Orks tun mussten war zu warten und dem Winter zu trotzen.

Sobald die ersten Zeichen des Frühlings erschienen stimmte Stefan vom Wolf Kentes Forderungen zu. Der Wolfenherzog und die Reste seiner Armee wurden zu den Grenzen ihres Herzogtums eskortiert und die Orks verteilten sich in allen größeren Greifenstädten um die örtlichen Garnisonen zu verstärken. Die Botschaft war laut und deutlich: das Nest des Greifen war gesichert.

Kente übernahm das Kommando über eine Gruppe von Orkkriegern und ritt nach Südwesten, um sich mit Ivans Streitkräften zusammenzutun und den Herzog darüber zu informieren was die Anführer der einzelnen Ork-Klans beschlossen hatten.


Blutpakte

In der Zwischenzeit war Amílcar vom Stier, geschlagen aber nicht zerbrochen, zurück in Chiaoscuro und leckte seine Wunden. Als er von Stefans Situation hörte, kam ihm sofort eine Idee um den Fehler des Wolfs zu seinem Vorteil zu nutzen. Während Stefan im Norden eingesperrt war, konnte Amílcar seine Streitkräfte nach Osten lenken und einige lang umstrittene Grenzländereien zurückerobern.

Aber Amílcar hatte zu viele Verluste erlitten. Er brauchte Verstärkungen, und er brauchte sie schnell oder die Gelegenheit würde ungenutzt verstreichen. Er war noch dabei, seine Optionen abzuwägen, als sich ihm ein Mann näherte, dem es irgendwie gelungen war, Amílcars Wachen zu umgehen. Die Haare dieses Mannes waren rabenschwarz, seine Haut blass und seine Augen leuchteten in einem fiesen grün. Amílcar wusste was der Mann war - ein Vampir aus den Öden von Heresh, weit im Süden.

Als er noch jünger war hatte Amílcar die Nekromanten des Hauses Eterna im Krieg des Zerbrochenen Stabs bekämpft und dabei fast sein Leben verloren. Er hatte die Erinnerungen an die schrecklichen Ereignisse verdrängt, die er miterlebt hatte, den Wahnsinn, die sinnlose Zerstörung. Er hatte irgendwie diese nahe Berührung mit dem Tod überlebt, aber sein Haar war seitdem weiß.

Amílcar mochte die Nekromanten nicht, aber er wusste aus erster Hand wie mächtig die dunklen Mächte mit denen sie umgingen sein konnten, und Macht war etwas das er respektierte - und brauchte. Also beschloss er zumindest zu hören was dieser Vampir zu sagen hatte. Vor allem da es sich bei diesem speziellen Vampir um einen Verwandten handelte - einen entfernten aus vergangener Zeit. Sein Name war Giovanni dela Segadora.

Giovanni war gekommen um Amílcar eine Art Allianz vorzuschlagen. Die Nekromanten würden mehrere Legionen von Schwarzwächter-Söldnern unter den Befehl des Stiers stellen. Im Gegenzug wollten sie nicht weiter als Illuma-Nadin. An der Grenze zwischen Heresh und dem Stier-Herzogtum gelegen, war diese Stadt der Nekromanten von den Zauberern im Krieg des Zerbrochenen Stabs erobert worden und seitdem von den Streitkräften des Stiers besetzt. Nun wollte der Spinnenkult es zurück.

Amílcar zögerte nicht lange. Schwarzwächter-Söldner waren mächtig und kannten keine Gnade, aber unanhängig von ihren Verbindungen zu den Todesfürsten von Heresh waren sie dennoch lebendige Wesen.

Einige Wochen später griffen die verstärkten Stier-Armeen das Wolfs-Herzogtum an.


Zwischen Shadris und Sorleth

Bis zum Sommer hatte Rowena vom Einhorn einen großen Teil der Windhund-Ländereien erobert und war bereit, Weißklippe zu belagern. Ihr Sieg wurde ihr jedoch genommen als sie erfuhr, dass Seamus vom Hirschs Armeen das Einhorn-Herzogtum betreten hatten.

Dank den Holzreserven die er in den letzten Jahren angelegt hatte, waren die Kriegsvorbereitungen des Hirschen nicht von den schrecklichen Winter beeinflusst worden. Während die übrigen Herzöge damit beschäftigt waren, einander zu bekämpfen, hatte Seamus seine eigenen Kräfte verstärkt. Zwillingsbaum und Dunmoor fielen rasch vor den Armeen des Hirschen.

Eine lange und schwierige Belagerung erwartete Rowena im Süden, während im Norden ihre eigenen Länder angegriffen wurden. Die Einhorn-Herzogin war in ihrer Kriegsführung unvorsichtig gewesen und fand sich nun, wie die Elfen sagen, gezwungen zwischen Shadris und Sorleth zu wählen.

Auch Ivans Situation war unsicher. Bei seinem Treffen mit Kente nah der Abtei von Skarena, einem der ältesten Elrath-Tempel des Imperiums, erfuhr er, dass diese meisten Ork-Anführer dem Greifen-Herzogtum zu Hilfe geeilt waren, um die Freundschaft ihres Vorfahren Kraal mit Ivans Vorfahren Slava zu ehren. Sie betrachteten die Schuld jetzt als beglichen und mit Ausnahme von Kente und einer kleinen Gruppe von Kriegern würden die Orks bald in ihre Berge zurückkehren und sich aus diesem „Babyzahn-Krieg“, wie sie es nannten, heraushalten.

Auf der Suche nach Rat betrat Ivan die Abtei, in der schwachen Hoffnung Elrath würde ihm ein Zeichen geben. Zu seiner Überraschung erwarteten ihn zwei Figuren im Inneren. Einer war ein elfischer Druide, der sich selbst als Tieru vorstellte. Die andere war der Engel Murazel… und sie bot ihm an, die Wahrheit über Sandalphons Tod zu enthüllen…


tl;dr:
Die Orks verjagen den Wolf komplett aus dem Greifenland, weil sie einfach so toll sind. Währenddessen kommt der Stier auf die geniale Idee, dass er mal wieder irgendwo einmarschieren sollte, nämlich beim Wolf, der ja grad beschäftig ist. Er hat nicht wirklich die Truppen dafür, aber Giovanni aus H5 TotE liefert ihm ein paar der besten Truppen, die Heresh zu bieten hat: Die Söldner aus dem ersten Kapitel von Dark Messiah, die in Massen von einem Halbdämon und seinem großen Fuß gekickt werden. Hereshs Feinste!

Mann, der Stier ist wirklich nicht der Hellste...

Einhorn und Windhund sind am Kämpfen als der Hirsch einen Überaschungsangriff von hinten startet und demonstriert, dass man seine Heimatbasis immer schützen sollte. Na ja, außer man ist am Rand der Karte und es sind keine Portale in der Nähe. Dann nicht.

Ivan ist mit der ganzen Situation überfordert und geht erst mal beten. Elrath schickt ihm einen Engel und den allseits beliebten Tieru. Fans jubeln.

Elle-One
02-21-2015, 10:57 AM
849 YSD - Die Stunde der Wahrheit

Enthüllungen

Kurz nachdem Ivan Skarena betrat, beschwor der Elf Tieru ein Geistertor. Als der hindurch trat, fand sich Ivan an einem entfernten Ort wieder: eine der geheimen Festungen der Drachenritter, ein Verstecktes Haus. Hier, in der Sicherheit dieser Wände, würde er die Wahrheit erfahren.

Ah, ich sehe dass einige Skeptiker unter euch sich fragen woher ich von diesem Gespräch wusste? Was für ein Meisterspion wäre ich, wenn es so einfach wäre Geheimnisse vor mir zu verbergen? Lassen wir es dabei, dass ich meine Wege habe, Informationen zu sammeln die andere lieber geheimhalten würden.

Wisst außerdem, dass nichts von dem, was ich nun enthüllen werde, jemals diesen Schattenrat verlassen kann. Es ist nicht so als würde euch irgendjemand glauben…

Wie sich herausstellte traf Tieru Ivan nicht als Botschafter Irollans, sondern als ein Mitglied der Drachenritter, dieser geheimnisvollen Gruppe mit dem Ziel, Ashas Gleichgewicht zwischen Ordnung und Chaos zu bewahren. Die Drachenritter hatten zwar kein Interesse daran, sich in einen Bürgerkrieg einzumischen, aber sie hatten ein großes Interesse im Überleben der Falken-Blutlinie. Sar-Elams Prophezeiung machte es klar, dass das Ende der Falken-Blutlinie das Gleichgewicht zum Chaos hin verschieben würde, etwas das die Drachenritter nicht zulassen konnten.

Dies war der Grund aus dem sie Murazel Zuflucht angeboten hatten, nachdem sie aus Flammschrein geflohen war. Denn Murazel war nicht alleine aus Flammschrein geflohen. Sie hatte versucht, Brendan Falke in Sicherheit zu bringen.

Fünf Jahre zuvor war ein Junge zum Konklave der Neuen Dämmerung gebracht worden. Ein Jäger hatte ihn in einem Wald nicht weit von den Ruinen Falkenhorsts gefunden, wo er wie ein Tier lebte. Der Jäger hatte den Jungen nach Flammschrein gebracht, wo Murazel und Sandalphon nachweisen konnten, dass er wirklich Brendan Falke war. Doch es gab… Schwierigkeiten und daher beschlossen Murazel und Sandalphon abzuwarten, bevor sie das Überleben des Falkenerben dem Konklave mitteilten.

Jemand muss ihr Geheimnis jedoch entdeckt haben, denn in einer Nacht schlichen sich Meuchelmörder in die Zitadelle von Flammschrein, in der Absicht den Jungen zu töten. Laut Murazel waren die Mörder Dunkelelfen, aber Tieru beharrte darauf, nicht ganz Ygg-Chall ohne Beweise zu verurteilen - ein Fehler den der selbst in der Vergangenheit begangen hatte. Murazels Beschreibung der Mörder brachte Tieru zu dem Schluss, dass sie zu einer Gruppe von Söldner-Meuchelmördern gehörten, die sich selbst die Klingen von Erebos nannten, nach dem großen Gesichtslosen-Taktiker der Älteren Kriege. Sandalphon versuchte Brendan zu schützen, aber die Klingen zeigten sich geschickt in der Kunst Engel zu bekämpfen, wie sie es angeblich von ihrem legendären Gründer gelernt hatten.

In dem Bewusstsein, dass sie kein Gegner für Sandalphons Mörder war, tat Murazel das einzige was ihr einfiel - sie packte den Jungen und flog auf ihren goldenen Schwingen davon um die Hilfe der Drachenritter zu suchen.


Tierus Bitte

Wer hatte die Klingen von Erebos angeheuert? Weder Murazel noch Tieru wussten es mit Sicherheit. Aber sie glaubten es sei jemand mit Zugang zum Konklave oder Informanten in Flammschrein gewesen. Sie glaubten nicht an eine dämonische Verschwörung, sondern an jemanden mit dem Wunsch auf dem Thron zu sitzen, was durch Brendans Überleben unmöglich geworden wäre.

Die Drachenritter hatte alles Herzöge und Herzoginnen der Heiligen Falkenimperiums beobachtet. Von allen vertrauten sie nur bei einem darauf, dass er nicht hinter dem Mordversuch steckte. Und das war Ivan.

Aber Ivan war nicht zufrieden mit dem was er hörte. Wenn Brendan Falke noch lebte, warum sollte es ein Geheimnis bleiben? Der Bürgerkrieg tobte seit Jahren und zahllose Leben waren verloren. Wer auch immer den Jungen versucht hatte zu ermorden hatte versagt und es war Zeit für den Falken nach Hause zurückzukehren. Erst dann würde das Imperium wieder Frieden kennen.

Doch Tieru schüttelte den Kopf und führte Ivan in einen anderen Teil des Versteckten Hauses. Brendans Zimmer.

Murazel hatte Schwierigkeiten erwähnt. Jetzt verstand Ivan was sie meinte. Brendan war 18 Jahre als, fast ein Mann. Aber sein Verhalten war das eines kleinen Kindes. Tieru erklärte dass der Schock, seine ganze Familie von Dämonen abgeschlachtet zu sehen, den Verstand des Jungen zerstört hatte. Dieser Falke würde nie regieren.

Schließlich fragte Ivan warum Murazel und Tieru ihn hierher gebracht und ihm diese Geschichte erzählt hatten. er kannte die Antwort bereits. Die Falkenlinie musste fortbestehen und die Drachenritter würden sie im Geheimen erhalten, weit weg vom Imperium wo kein Dämon oder verräterischer Herzog sie und den Rest der Welt in Gefahr bringen konnte. Aber das Imperium brauchte einen Kaiser und sie hielten Ivan für den besten Kandidaten. Er musste darum die volle Wahrheit kennen und verstehen was auf dem Spiel stand.

Als Ivan zurück nach Skarena gebracht wurde, weigerte er sich darüber zu reden was passiert war. Seine Laune und seine Gedanken waren düster.


Ein Imperium im Krieg

Das Jahr 849 YSD war das tödlichste des Zehnjährigen Kriegs. Im Westen war die Fehde zwischen dem Einhorn und dem Windhund durch die Invasion des Hirschen zu einem Drei-Fronten-Krieg eskaliert. Rowena vom Einhorn hatte beschlossen voranzutreiben und Enguerrand vom Windhunds Festung in Weißklippe zu belagern. Doch hinter ihr, von der Tirya Bucht bis zu den Rosenbergern, war alles voll Feuer und Blut.

Im Osten waren Amílcar vom Stier und seine Schwarzwächter-Verstärkung tief in das Wolfs-Territorium vorgedrungen, sie hatten Merlon und Sturmtal eingenommen und marschierten gegen Chillbury. Stefan vom Wolf hatte seine Streitkräfte in Kriegspitze gesammelt und bereitete einen Gegenangriff vor. Aber er wusste, dass er zu viele Truppen an die Orks im Norden verloren hatte. Früher oder später würde der Wolf vor dem Stier knien. Er konnte nur hoffen, genug Widerstand zu leisten um günstige Bedingungen mit Amílcar auszuhandeln.

Da erschien Murazel in Isegrim, Stefans Schloss, mit einem Angebot. Ivan vom Greif war bereit den Angriff des Wolfs auf seine Länder zu verzeihen und sich mit ihm gegen die Armeen des Stiers zu verbünden, wenn Stefan sich bereit erklärte Ivans Anspruch auf den Thron zu unterstützen. Alle Wolf-Länder würden ihrem rechtmäßigen Herrn zurückgegeben.

Was Ivan anbot war mehr als Stefan von Amílcar erhoffen konnte und Ivan wusste das. Ohne auch nur auf Stefans Antwort zu warten betraten die Greifenarmeen das Stier-Herzogtum und nahmen die Handelsstadt Wasserweg ein. Dann zog er Richtung Süden. In den folgenden Monaten fanden zahlreiche Schlachten in den Stier- und Wolfs-Ländern statt. Die verbündeten Armeen von Ivan und Stefan eroberten sogar Chiaoscuro selbst und zwangen Amílcar dazu in seinen Sommerpalast Cornadora zu fliegen, während seine Söldner ihn seinem Schicksal überließen. Am 14 Tag der Strahlenden Krone, mit zwei Armeen vor seinen Toren, ergab sich der Stierherzog endlich.


tl;dr:
Murazel und Tieru erzählen Ivan, dass Brendan Falke noch lebt, aber das Verhalten eines kleinen Kindes zeigt, ähnlich wie ein Großteil des Schattenrats, wenn man sich die Kommentare auf der Seite und im Forum mal ansieht. Da Brendan also damit beschäftigt ist, darüber zu jammern dass alle Vampire gleich aussehen, dass Spinnen zu spinnig sind und dass es Einheiten mit zwei X-Chromosomen gibt, muss Ivan die Regierung übernehmen, während die Drachenritter die Falkenlinie fortpflanzen, was überhaupt nicht gruselig und vergewaltigend ist und worüber man einfach nicht nachdenken sollte. Ivan macht das auch nicht, sondern verbündet sich mit dem Wolf, weil der ja vorher so ein guter Freund war. Hat ihm den Thron warmgehalten und so. Zusammen vermöbeln sie den Stier.

Elle-One
03-03-2015, 08:48 PM
850 YSD - Der Hirschkaiser

Eine unerwartete Ankündigung

Nach der Niederlage Amílcars marschierte das Bündnis zwischen Greif und Wolf nach Westen, in der Absicht Rowena vom Einhorn zu unterstützen, die an zwei Fronten kämpfte. Aber kurz nachdem sie die Grenze zwischen den Stier- und Windhundländern überquert hatten, erreichten unerwartete Botschafter jeden einzelnen Anführer, General und natürlich Herzog und Herzoginnen. Zu sagen diese Botschafter hätten sich aus dem Nichts materialisiert wäre keine Übertreibung. Es waren die Glorien von Elrath.

Diese Lichtelementare wurden oft von der Kirche des Lichts zum schnellen Überbringen von Botschaften genutzt. Diesmal war die Nachricht, die von den Glorien überbracht wurde, einfach: der Kaiser war gewählt. Und dieser Kaiser war kein anderer als Seamus na Feidh, Herzog vom Hirsch.

Diese Nachricht kam für die meisten Empfänger sehr überraschend, da die Kirche sich in den vergangenen Jahren äußerst ruhig verhalten hatte und nach dem Debakel des Konklave der Neuen Dämmerung ihre Berechtigung einen neuen Herrscher für das Imperium zu bestimmen stark umstritten war. Wie sich herausstellte, hatte die Kirche sich hinter dem charismatischen Erzbischof Wilhelm zusammengerottet. Wilhelm, ein Held aus dem Krieg des Zerbrochenen Stabes, hatte beschlossen Seamus Anspruch auf den Thron zu unterstützen und die Oberhäupter der Kirche dazu überredet es ihm gleich zu tun, um das Imperium zu stabilisieren bevor es sich selbst vernichtete.

Nach sieben Jahren Krieg waren die Bewohner des Heiligen Imperiums nur zu bereit im Austausch gegen eine Rückkehr zu Frieden und Ordnung die Kirche den neuen Kaiser bestimmen zu lassen.

Enguerrand vom Windhund und Amílcar vom Stier stellten ihren Stolz und Ehrgeiz sofort zurück und schworen dem neuen Kaiser die Treue. Einige Wochen später beugte Rowena unter dem Druck ihrer Leute die Knie und legte die Waffen nieder. Doch obwohl diese Ankündigung die Kämpfe kurzfristig beendet hatte, war Frieden immer noch ein weit entfernter Traum, da Ivan und Stefan sich immer noch weigerten den neuen Kaiser anzuerkennen.


Die Inneren Kreuzzüge

Seamus gründete seinen kaiserlichen Hof in Hornbach, das bereits die Hauptstadt des Hirsch-Herzogtums war. Eine seiner ersten kaiserlichen Handlungen war die Wiedereinsetzung des Ordens der Kreuzritter. Diese Regimente waren die Reste der Streitkräfte, die einst die Orkrebellen ans Ende der bekannten Welt vertrieben hatten. An gefährlichen Grenzorten des Imperiums wie der Sahaar-Wüste verteilt, hatten die Kreuzritter die letzten Jahrhunderte damit verbracht, ein wachsames Auge auf die Nachbarn des Imperiums zu werfen. Nur der Kaiser hatte die Macht, sie zurückzuholen.

In einer öffentlichen Rede inmitten der Ruinen von Falkenhorst beauftragte Seamus die Kreuzritter damit, Brot und andere Ressourcen in die vom Krieg am schlimmsten verwüsteten Gegenden zu liefern, wodurch er für sich selbst das Bild eines gerechten und großzügigen Herrschers schuf. Er wurde bald beliebt bei den Bürgern seines Reichs.

Botschafter der Nachbarländer unternahmen Reisen zu Seamus Hof um den neuen Herrscher der mächtigsten Nation der Welt zu begutachten. Zu unserem Glück war Ivans alter „Freund“, Tanis aus dem Hause Anima, Teil der Delegation aus den Silberstädten. Nachdem er einige Monate an Seamus Hof verbracht hatte, begann Tanis damit Ivan Berichte darüber zu schicken, was in Hornbach besprochen wurde und was tatsächlich in den Ländern des Hirschkaisers vor sich ging.

Seamus hatte erklärt die Kreuzritter würden Ordnung und Gerechtigkeit im Imperium wiederherstellen, da die meisten Armeen des Imperiums im Rahmen des siebenjährigen Kriegs stark dezimiert wurden. Doch Tanis Informationen zeigten deutlich, dass ihr wahrer Zweck die Durchsetzng von Seamus Willen war, wenn nötig mit Waffengewalt.

Viele Festnahmen wurden getätigt um „aufrührerische Elemente“ einzusperren. Dörfer wurden verbrannt weil sie in der Vergangenheit mit Ivan oder Stefan sympathisiert hatten. Während Seamus in einer Ecke des Imperiums Brot verteilte, bereiteten seine Kreuzritter in einer anderen Massenhinrichtungen vor.


Wiederaufnahme von Feindseligkeiten

Auch nachdem Tanis Berichte von meinen eigenen Agenten bestätigt wurden, war Ivan dennoch nicht bereit gegen den Kaiser vorzugehen. Es gab eine letzte Person, mit der er sich in Verbindung setzen wollte, bevor er in den Krieg zog. Diese Person war Nolwenn, Seamus älteste Tochter, mit der Ivan vor dem Krieg in einer Beziehung gewesen war. Ivan erinnerte sich an Seamus als einen guten Mann, den Nolwenn nnig geliebt hatte - er musste wissen wie viel von diesem Mann noch in dem Mann zu finden war, der nun auf dem kaiserlichen Thron saß.

Nach vielen Manövern und Schwindeleien, die zu lang und uninteressant sind um sie hier detailliert aufzuführen, gelang es mir ein Treffen zwischen Nolwenn und Ivan in Klauenwacht, einem Schloss das Ivans Vorfahr Anton vom Greif gebaut hatte, zu arrangieren.

Nach Nolwenns Aussage war ihr Vater seit Maeves Tod von der Vorstellung besessen Kaiser zu werden. Nun da er sein Ziel erreicht hatte, neigte er zu starken Stimmungsschwankungen, sowie Anflügen von Zorn und Depression, Zunächst hatte Nolwenn dieses Verhalten auf den Stress seiner neuen Position zurückgeführt und ihr bestes getan um ihn zu beruhigen. Aber Seamus wurde immer weniger tolerant gegenüber der Freundlichkeit seiner Tochter und begann sogar, ihre Motive zu hinterfragen. Einige Tage zuvor erst hatte er sich beschuldigt, sich gegen ihn verschworen zu haben. Es schmerzte Nolwenn dies zuzugeben, aber ihre Liebe zu ihrem Vater verwandelte sich langsam in Furcht.

Als sie ging hatte Ivan seine Entscheidung getroffen. Mit Klauenwacht als Operationsbasis würde er seine und Stefans Streitkräfte sammeln, nach Hornbach marschieren und Seamus vom Heiligen Thron stürzen. Natürlich wusste er dank Informationen die ich meinerseits erhalten hatte bereits, dass Seamus sich hinter den Grenzen des Hirsch-Herzogtums bereits auf einen Krieg vorbereitete…


tl;dr:
Hurra, es gibt einen neuen Kaiser und der zehnjährige Krieg ist nach sieben Jahren beendet! ... Abgesehen davon, dass der neue Kaiser so ein kleines bisschen irre ist.

Nächste Woche im Game of Griffons: Ivan der Junge Greif zieht mit seiner Armee los um den jähzornigen Kaiser Seamus Baratheon zu stürzen. In der Zwischenzeit sitzt Kente im Norden bei der Mauer herum und langweilt sich. Seine Schamanin weist ihn mehrmals darauf hin, dass er gar nichts weiß, was er auch gerne zugibt. Rowena sitzt in Gefangenschaft - mal wieder. Wird Anastasya die Situation entschärfen können, indem sie einfach alles ermordet und wiederbelebt was sie finden kann? Wird Tieru mehr über seine spannenden Baumfähigkeiten lernen? Und was führt Kaspar Kleinfinger im Schilde?

Elle-One
03-19-2015, 10:51 AM
851 YSD - Narben des Krieges

Der Preis der Loyalität

Auf der anderen Seite des Nordflusses bewegte Seamus seine Truppen. Regimente unter dem grünen und goldenen Banner des Hirsches sammelten sich um Dun Carria. Er rief seine Vasallen zu sich und befahl ihnen, die erste Verteidigungslinie gegen die Greifen-Wolf-Allianz zu bilden. Amílcar vom Stier persönlich wurde das Kommando über Ronans Tor übertragen, die alte Engelsfestung an der Grenze zum Hirsch-Herzogtum, nördlich des Hügels auf dem Falkenhorst einst stand.

Obwohl dies für viele eine Ehre gewesen wäre, war der stolze Amílcar Gerüchten zufolge nicht glücklich damit, zu „Seamus Türsteher“ ernannt zu werden.

In der Zwischenzeit marschierten Enguerrand vom Windhunds Streitkräfte nach Norden, auch wenn ihr Fortschritt bei Timberwood durch eine Gruppe von Windschwertern unter Führung von Andras von Hammerfall, einem Söldner von gutem Ruf, aufgehalten wurde. Söldner arbeiten ja eigentlich nur wenn ein Arbeitgeber sie bezahlt. Einige Hinweise, die ich gesammelt habe, lassen mich vermuten dass Andra von Irollan angeheuert wurde um Seamus Kriegstreiben zu unterdrücken, wobei andere Hinweise meine Aufmerksamkeit auf die Handelsgilde von Eridans Kreuzung lenken.

Interessanterweise waren Rowena vom Einhorns Beiträge zu Seamus Verstärkung deutlich geringer als erwartet. Laut dem Rotschop von Yorwick waren zu viele ihrer Soldaten während den letzten sieben Jahren des Konflikts verstorben und diese Überreste waren alles was ihr noch blieb. Und obwohl dies an sich noch nichts beweist, berichten meine Spione, dass Rowena ihren Generälen befahl, das Hirsch-Herzogtum über wenig befahrene Straßen zu erreichen - genau genommen, nicht die welche Enguerrands Truppen genommen hatten…

Seamus Augen waren auf Klauenwacht gerichtet, wo Ivan sein Lager aufgeschlagen hatte. Im sechsten Jahrhundert war Klauenwacht als eine friedliche Zufluchtsstätte errichtet worden, an die Kaiserin Gwendolyn und ihr Prinzgemahl Anton sich zurückziehen konnten, um der Politik und den unaufhörlichen Intrigen der Hauptstadt zu entkommen. Nun eroberte der Krieg diesen Ort zurück.

Winde des Kriegs

Zu Frühlingsanfang macht Ivan seinen ersten Schritt. Sein Ziel war nicht, wie Seamus erwartet hatte, Dun Carria, sondern Brynholz. Wenn die Greifen-Wolf-Allianz diese Stadt einnehmen konnte, würden sie beinah freien Weg nach Hornbach haben. Während Ivans Streitkräfte das Hirsch-Herzogtum von Süden betraten, griff Stefan vom Wolf gleichzeitig von Osten an.

Obwohl ich den Mut meines Grafen bewundere, muss ich sagen dass er alles andere als fehlerfrei war. Seamus hatte bereits Kriege geführt und war nicht so einfach in die Irre zu führen. Er hatte außerdem an seiner Seite Erzbischof Wilhelm, der einen langen Krieg gegen Archon Belketh im Krieg des Zerbrochenen Stabs geführt hatte. Der Hirschenkaiser befahl mehreren Regimenten aus Flussgabel die Garnison von Brynholz zu verstärken, während Enguerrands Armeen nach Hellwiese gesandt wurden um eine grobe, aber effiziente, zweite Verteidigungslinie zu errichten.

Um Seamus Taktiken zu kontern, musste Ivan seine Pläne in aller Eile ändern und nach Norden ziehen. Stefan musste bei Brynholz Erfolg haben, damit sie ihre Kräfte vereinen und nach Hellwiese marschieren konnten. Aber zuerst musste Ivan Flussgabel einnehmen.

Ivan betrachtete sich selbst als einen Mann von Ehre, einen Mann der unschuldiges Leben wann immer möglich verschonte. Aber so etwas wie einen sauberen Krieg gibt es nicht und die Zeit drängte - Ivan musste Flussgabels Nachschub ohne Zögern abschneiden um eine lange Belagerung zu verhindern, die sich nur zum Vorteil von Seamus auswirken konnte. Es gab nur einen Weg, sein Ziel zu erreichen: die Felder abbrennen, die Farmen, die Obstplantagen. Bauern die sich weigerten ihr Land zu verlassen wurden mit verbrannt. Hierdurch erlangte Ivan den ersten seiner vielen Spitznamen: Ivan der Aschekrieger.

Nach Brynholzs Fall vereinten der Wolf und der Greif ihre Streitkräfte und marschierten gen Westen nach Hornbach, eine Spur aus Feuer und Tod hinter sich lassend. In den Hirschlanden war er nicht mehr als Ivan bekannt - er war der Blutige Greif, Ivan der Verhungerer, Herzog Kaltherz, der Bann des Nordens, der Eidbrecher, der Verräter. Jeder dieser Namen wurde zu einer brennenden Narbe auf seiner Seele. Ivans Plan schritt wieder voran, der Preis war sein Ruf.

Seamus Armeen, unter Führung des Hirschkaisers persönlich, schlossen sich mit Enguerrands Truppen in Hellwiese zusammen. As der Herbst in den Ländern des Hirsch-Herzogtums einbrach, begann die größte Schlacht des Jahres 851. Doch ihr wisst bereits wie es endete - wären die Dinge anders gelaufen, gäbe es keinen Grund für diesen Rat. Hellwiese war die dunkelste Stunde des Greifen.

Der eintreffende Sturm

Ihr habt sicher die Geschichten über das Duell gehört, dass Ivan mit Seamus auf dem Schlachtfeld ausfocht. Wie der „verräterische“ Greifenherzog einmal mehr seinen Gegner unterschätzt hatte. Dass Seamus nicht nur ein mächtiger Schwertkämpfer war, sondern auch ein Meister der arkanen Künste, wie seine Magie den Verlauf der Schlacht umkehrte und wie die Rebellen fliehen mussten „als wäre ihnen Crag Hack persönlich auf den Fersen“, wie das alte Sprichwort geht.

Doch Ivan und Seamus kreuzten niemals Klingen in Hellwiese. Wie es immer so ist, vermischen sich hier Wahrheit und Legenden. Der Hirschkaiser zeigte sich tatsächlich als ein mächtiger Magier, aber genau aus diesem Grund befand er sich weit hinter den Frontlinien und benutzte seine Magie um seine Truppen zu verstärken. Ivan stand an diesem Tag tatsächlich Enguerrand vom Windhund gegenüber. Enguerrand führte das Schwert der Loyalität, eines der sieben Bastardschwerter von Elrath.

Die Geschichte wiederholt sich gern. einst hatte Ivan das Schwert der Wahrheit mit seinem eigenen Schwert der Enthüllung zerschmettert. An diesem Herbsttag, inmitten der blutgetränkten Felder von Hellfeld, zerbrach das Schwert der Loyalität Ivans Schwert, Eisenfeder, das Schwert das einst der Gründer der Greifenlinie getragen hatte, in tausend Stücke. ein eiserner Splitter flog in Ivans Gesicht und riss eine klaffende Wunde in die rechte Seite seines noblen Gesichts. Es ist ein Wunder, dass er dabei kein Auge verlor.

Das Schwert der Loyalität konnte nicht gegen einen Verräter verlieren…

Gerade als Enguerrand zum entscheidenden Schlag ansetzen und Ivans Rebellion ein für allemal beenden wollte, erschien ein seltsamer Vogel aus dem Nichts und lenkte den Herzog vom Windhund ab, was Ivans loyalem Waffenmeister, Kente, die Gelegenheit verschaffte, seinen verwundeten Herzog vom Schlachtfeld zu tragen. Plötzlich regneten Eis und Blitze auf die Hirsch- und Windhundtruppen und verursachten große Verwirrung in ihren Rängen. Während der mysteriöse blaue Vogel Kente und Ivan in Sicherheit führte, wurde es offensichtlich, dass die Delegation der Silbernen Städte - oder zumindest ein Teil davon - beschlossen hatte sich gegen Seamus zu wenden.

tl;dr:
Ivan und Seamus bereiten sich auf den Krieg vor. Ivan greift an, Seamus blockt und ihrgendwie hatte der Greif nicht wirklich einen Plan B, also brennt er das gesamte Hirschgebiet nieder. Dann kommt der Endkampf, aber irgendwie war Ivan nicht darauf vorbereitet, dass sein Gegner ein Magieheld war und sein anderer Gegner ein magisches Schwert hatte. Das eigentliche Problem war offensichtlich, dass Kaspar nach den Massen an Intrigen und Spionagezeugs und so die er brauchte um Ivan ein Treffen mit seiner Ex zu ermöglichen sich eine Pause auf einer Südseeinsel mit ein paar Hulazombies und einem kühlen Drink in einer Kokosnuss und mit einem bunten Papierschirmchen gönnte und Ivan ohne Berater einfach beschloss den Angriff jetzt schon durchzuführen. Selbstverständlich will Kaspar das vor dem Rat nicht zugeben, weswegen er sich eine komische Geschichte über Schwerter, die nicht gegen Verräter verlieren können ausdenkt. Jedenfalls kommen die Magiere und magiern besser als Zuflucht.

Elle-One
04-21-2015, 08:54 PM
852 YSD - Die Entschlossenheit des Greifen

Der lange Weg nach Hause

Der Vogel führte Ivan und Kente zu den rebellischen Zauberer-Streitkräften, die, und das sollte nun wirklich keine Überraschung sein, von Lady Tanis geführt wurden. Die Abgeordneten der Silberstädte waren in Bezug auf eine Allianz mit Seamus gespalten und Tanis war es gelungen einige ihrer Kollegen zu überzeugen sich stattdessen Ivan anzuschließen.

Aber sie war es nicht, die den Vogel zu Ivan geschickt hatte - der Vogel war zu ihr gekommen. Die Kreatur war alt und mächtig, mehr ein Geist als ein Tier, und sie hatte Tanis eine Nachricht überbracht. Blauschnabel, wie sie sich nannte, hatte die Zauberer gedrängt Ivan zur Hilfe zu eilen, da er ohne ihre Unterstützung in Hellwiese untergehen würde.

Wer könnte Tanis diesen Vogel gesandt haben? Die Antwort war für mich natürlich offensichtlich, immerhin war ich Blauschnabel in der Vergangenheit begegnet und hatte gute Erinnerungen an ihre Herrin. Mir war zu Ohren gekommen, dass sie während der Vertreibung der Nekromanten verschwunden war, aber sie war schon immer schlau und listenreich gewesen. Ich konnte mir ohne Schwierigkeiten vorstellen, dass sie in der Lage war ihre Spuren auch vor mir zu verbergen.

Ich teilte meinen Verdacht dem Herzog auf dem Weg zurück nach Klauenwacht mit. Er nickte abwesend, im Geist mit etwas anderem beschäftigt. Überall um uns herum waren verbrannte Dörfer und verwüstete Felder; Massengräber, Hunger, Krankheit, dezimierte Familien. Ivans Niederlage bei Hellwiese hatte sein Gesicht vernarbt, aber seine Augen geöffnet. Er hatte sich so lange darauf konzentriert den Krieg zu gewinnen, dass er für ihn abstrakt geworden war. Nun sah er den Preis, den der Krieg verlangt hatte, und wer ihn bezahlt hatte.


Seltsame Gefährten

Wie ich bereits vermutet hatte, erwartete Anastasya vom Greif uns in Klauenwacht. Ich hatte sie seit drei Jahrhunderten nicht gesehen, aber sie hatte sich nicht verändert - auch wenn ihre Augen kälter waren als ich sie in Erinnerung hatte.

Selbstverständlich musste ich Ivan einige Kapitel aus der geheimen Geschichte seiner Familie erzählen und von den faszinierenden Schicksalen seiner Vorfahren, den Kindern von Herzog Slava. Wenn ihr wünscht, kann ich euch diese Geschichten ebenfalls erzählen, Schattenräte, ihr müsst nur danach fragen. Aber dazu kommen wir besser zu einem anderen Zeitpunkt.

Im Laufe der Zeit hatten einige Mitglieder der Greifenlinie das Imperium verlassen um… anderen Pfaden zu folgen. Wie ihre Großtante Sveltana war Anastasya ein Mitglied des Spinnenkultes geworden, eine Nekromantin. Aber sie war immer noch loyal ihrem Namen gegenüber und hatte ihr Exil verlassen um dem zu helfen, der ihn gerade trug. Sie hatte Blauschnabel, ihren Familiar, zu Tanis geschickt, in dem Wissen dass dies ihre beste Chance war, Ivan in Hellwiese zu unterstützen.

Doch es wurde schnell offensichtlich dass die Zauberin und die Nekromantin einander zwar mit widerwilligem Respekt begegneten, es zwischen ihnen aber nie Freundschaft oder Vertrauen geben würde. Die Schrecken der Vertreibung der Nekromanten und des Kriegs des Zerbrochenen Stabs waren noch zu frisch. Was Kente betraf, nun ja, er stand Zauberern allgemein misstrauisch gegenüber, unabhängig von der Farbe ihrer Gewänder. Es ist unnötig zu sagen dass die Hallen von Klauenwacht bald zu einem ziemlich… lebendigen Ort wurden.

Ivan jedoch merkte nicht von den konstanten Streitigkeiten und dem unablässigen Gemecker. Seine Niederlage in Hellwiese, die Zerstörung der Eisenfeder und die Zerstörung die er erlebt - und oft auch selbst verursacht - hatten seinen Kampfgeist nahezu besiegt. Der Krieg tobte immer noch außerhalb von Klauenwachts Mauern und Ivan führte immer noch die Greif-Wolfs-Allianz, aber mit dem Herzen war er ganz und gar nicht mehr dabei. Der furchtlose Kommandant, der er noch wenige Monate zuvor gewesen war, plante seine nächsten Schritte mit einem Gefühl des Versagen, und nicht mehr des Zwecks.

Später in diesem Jahr kehrte der Engel Murazel nach Klauenwacht zurück, in Begleitung eines Mannes namens Bleddyn. Er war ein Blutschmied aus Hammerfall, ein Schmied von verzauberten Objekten. Murazel hatte ihn gebeten ein neues Schwert für Ivan zu fertigen, in der Hoffnung damit seine Laune zu verbessern. Bleddyn ging einige Tage später und versprach zurückzukehren bevor das Jahr vorbei war.


Das Sammeln des Rats

Als die ersten Schneeflocken auf Klauenwacht fielen, kehrte Bleddyn zurück. Als sie die Neuigkeiten hörten, sammelten sich Anastasya, Kente, Tanis und Murazel in Ivans Kriegsraum um das Schwert zu sehen, dass er für den Greifenherzog geschmiedet hatte.

„Das Geheimnis des Blutschmiedens“, erklärte Bleddyn, „ist zu verstehen, dass Waffen nicht nur Metall sind, sie sind lebende Wesen. Sie werden ein Teil des Wesens ihrer Besitzer. Die Eisenfeder hat die Greifenfamilie durch Jahrhunderte des Kriegs und unzählige Schwernisse begleitet, Herzog Ivan. Es war ein Symbol für den unbesiegbaren Geist des Greifen und als es zerstört wurde, starb ein Teil von Euch, von dem was Euch zu einem Greifen macht, mit ihm. Euch einfach ein neues Schwert zu geben, würde Euch nicht helfen.“

Um zu verstehen wer Ivan war und was ihn wieder ganz machen würde hatte Bleddyn bei seinem letzten Besuch mit jedem gesprochen, der sich gerade im Raum befand. Von mir hatte er von Ivans tragischer Vergangenheit erfahren, was seinem Vater und Bruder zugestoßen war als er noch ein Kind war. Von Anastasya hatte er die komplizierte Geschichte der Greifenfamilie erfahren. Von Kente erfuhr er von Ivans Mut und Ehre. Durch Murazel kannte er Ivans Pflichtbewusstsein. Und von Tanis erfuhr er von Ivans… unstetem Herzen. Und so hatte er dem Schwert einen Namen gegeben, der symbolisierte was Ivan verloren hatte. Er hatte es die Entschlossenheit des Greifen genannt.

Nachdem Bleddyn der Blutschmied den Raum verlassen hatte, bewunderte Ivan für lange Zeit sein neues Schwert, aber sein Blick schweifte auch zu all den Leuten - Engel, Nekromantin, Zauberin, Ork und Gesichtsloser - die um diesen Tisch, um ihn, versammelt waren. Und endlich sprach er: „Krieg verwüstet unsere Länder. Brüder kämpfen gegen Brüder… Ich muss diesen Wahnsinn beenden. Aber ich kann es nicht alleine tun.“

Er nahm einen tiefen Atemzug.

„Dieses Schwert half mir zu verstehen was ich vorher nicht sehen konnte: dass ich euch brauche, euch alle. Ihr seid, was ich die ganze Zeit vermisst habe. Harte Zeiten verlangen einen außergewöhnlichen Rat… einen wie ihn die Welt noch nie zuvor gesehen hat. Vereint in einem Ziel, werden wir diesen Krieg gewinnen!“

Ivans Rat wurde an diesem Tag geboren. Und jetzt ist es an und das letzte Kapitel der Geschichten des Zehnjährigen Kriegs zu schreiben.


tl;dr:
Der mysteriöse Vogel ist Blauschnabel (YAY!) und Anastasya ist auch da (OKAY!). Alle hängen in Klauenwacht rum und zicken sich gegenseitig an, nur Ivan sitzt rum und emot. Dann kriegt er ein neues Schwert und der Schwertschmied hält eine Rede und Ivan hält eine Rede und dann gibt es den Rat und dann gibt es Heroes 7!